Kfz Regionalklassen
Neben den Typenklassen, die für die jeweiligen Fahrzeugtypen aufgrund statistischer Daten aus der Vergangenheit (Häufigkeit von Unfällen mit dem jeweiligen Modell eines Herstellers) das Risikoprofil einordnen, stützt sich die Bemessung der Beiträge für die Kfz Versicherung noch auf viele weitere statistische Daten wie zum Beispiel auf die Regionalklassen.
Es gab und gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Eingrenzung von Regionalklassen. Einerseits beziehen sich die Statistiken auf die Landkreise (Kreisgemeindeschlüssel), also die einzelnen Zulassungsbezirke und andererseits lassen zahlreiche Statistiken auch heute schon einzelne Postleitzahlen in die Ergebnisse einfließen um ein noch genaueres Bild von der regionalen Risikostruktur zu erhalten.
Grundsätzlich gilt, dass ländliche Gebiete mit geringer Verkehrsdichte und wenig Durchgangsverkehr (also mit wenigen potenziellen Gefährdungslagen) risikoärmer sind und damit in der Kfz Versicherung für günstigere Beiträge stehen während urbanere Gegenden und Großstädte die höchsten Regionalklassen ausweisen, da hier das Unfallrisiko mit Abstand am stärksten ausgeprägt ist.
Die Regionalklassen werden in 12 unterschiedliche Risikoprofile eingestuft, die sich jeweils auf die Unfallstatistiken der vergangenen 5 Jahre beziehen – jedes Jahr findet hier eine entsprechende Anpassung statt und die Regionalklassen werden überarbeitet – federführend ist hier der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft).
Wie sich die einzelnen Regionalklassen über Deutschland verteilen, verdeutlicht die folgende Karte:

Die Grafik zeigt, dass insbesondere im Süden und im Westen der Republik höhere Regionalklassen vorherrschen, während Norden und Osten vergleichsweise günstig davon kommen. Es macht also durchaus einen Unterschied, in welcher Region Sie Ihr Kfz anmelden. Daraus ergeben sich sofort Auswirkungen für die Tarife Ihrer Kfz Versicherung.
Die Regionalklassen ergeben sich aus zwei Kriterien: Schadenshäufigkeit und Schadenshöhe, da die Versicherungsprämien lokal deutliche Differenzen aufweisen. Es gibt Regionen, in denen zwar hohe Schäden auftreten, diese dafür dann aber vergleichsweise selten. In manchen Regionen ist der Fahrzeugbestand auch etwas älter und nicht jeder kleine Kratzer wird gleich der Versicherung gemeldet – daher ist die Verteilung der Schäden hier sehr inhomogen, was die beiden nachfolgenden Grafiken veranschaulichen (links Schadenhöhe, rechts Schadenhäufigkeit):


Die Karten zeigen sehr schön, dass Schadenshäufigkeit und Schadenhöhe nicht notwendigerweise zusammen fallen müssen – das Gegenteil ist der Fall. Während im Norden und Osten Deutschlands zwar recht selten Schäden auftreten, sind diese dafür dann aber recht hoch. In Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen und vielen Verkehrsteilnehmern sind die Schäden natürlich relativ häufig – anders ist dies in dünn besiedelten Regionen: Hier gibt es weniger Unfälle aber durch die meist höheren Geschwindigkeiten kracht es hier dann dafür richtig, wenn es mal zu einem Unfall kommt.
Die Einteilung des Bundesgebietes in die einzelnen zwölf Regionalklassen kann der folgenden Grafik entnommen werden, die einen ersten quantitativen Überblick über das Thema bietet:

Wer es noch genauer wissen möchte, sollte sich direkt seine Regionalklassen anzeigen lassen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellt jeweils in aktueller Version die Übersicht über das Bundesgebiet und seine Regionalklassen zur Verfügung. Hier finden Sie auch Ihre spezifischen Klassen: Übersicht Kfz Regionalklassen (GDV)




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