Unterwegs auf der Route 66
Auf der Welt gibt es eine ganze Reihe von legendären Straßen. Dazu zählt beispielsweise die Panamericana, welche sich von Nordamerika nach Südamerika schlängelt, sowie eine ganze Reihe von Ferienstraßen in Mittel- und Südeuropa. Doch neben diesen gibt es eine Fernstraße, die oftmals alle genannten in den Schatten stellt. Die berühmte Route 66 führt von Chicago nach Santa Monica im Großraum Los Angeles. Mehrere tausend Kilometer werden dabei absolviert. Doch letztendlich sind es nicht die Rekorde, die viele Menschen faszinieren. Es ist mittlerweile hauptsächlich das Gefühl von Nostalgie, atemberaubende Landschaften und die ganz große Freiheit.
Eigentlich beginnt die Geschichte der Route 66 völlig unromantisch. Schließlich gab es Anfang des 20. Jahrhunderts einen enorm hohen Bedarf an Fernstraßen. Henry Ford machte das Automobil erst publikumstauglich. Dank der Senkung der Produktionskosten konnten sich selbst einfache Fordmitarbeiter mit weniger als vier Monatslöhnen ein neues Auto leisten. Mit diesem Schritt begann die Massenmotorisierung der USA und in der Folge wurden eine Vielzahl an verschiedenen Straßen gebaut. Zu den wichtigsten Zielen gehörte es, die Westküste mit der Ostküste zu verbinden. Zwar war zu dieser Zeit der Panamakanal bereits fertig gestellt, doch in einer Zeit in der das Auto in Mode war, wollten vergleichsweise wenige das Schiff von New York, durch das karibische Meer bis nach Los Angeles nehmen. Es musste also ein Weg gefunden werden, den Osten mit dem Westen zu verbinden.
New York und Chicago wurden schnell verbunden. Schließlich handelte es sich damals um die beiden größten Städte des Landes. Darüber hinaus sorgten alle Projekte wie der Erie-Kanal zwischen Detroit und New York für eine stabile Infrastruktur. Dieser Kanal existierte bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Um den Westen leichter zugänglich zu machen, wurde schließlich die US State Route 66 gebaut. Sie führte in ihrer ursprünglichen Route von Chicago, durch die Haupstadt Springfield, durch St. Louis, Oklahoma, Kansas, New Mexico, Arizona, Nevada und Kalifornien. Berühmte Stationen waren Sedona, Flagstaff und Santa Monica als Endstation.
In der Folgezeit gewann die Straße enorm an Popularität. Gerade in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, zog es viele einfachen Arbeiter von den Feldern des mittleren Westens zu den Plantagen in Kalifornien. Auch der Boom der Filmbranche in Los Angeles sorgte für ein großes Verkehrsaufkommen. Im Laufe der Zeit wurden einige berühmte Songs gesungen und Filme gedreht. Dabei entstand das Genre des Road Movies erst mit Hilfe der Route 66. Schließlich sorgte jedoch die Vielzahl der Lkws für den immer schlechter werdenden Zustand der Straße. 1985 wurde die Route 66 schließlich aus dem Highway-System der USA herausgenommen.
Heute können noch immer weite Teile der Route 66 befahren werden. Sie sind in der Regel als “National Historic Monument” ausgewiesen und klar zu erkennen. Der größte Teil der noch befahrbaren Route 66 befindet sich in Arizona. Als nach dem Zweiten Weltkrieg das Highway-System ausgebaut wurde, verlor die Straße jedoch ihre wirtschaftliche Bedeutung. Heute sind es kaum noch Trucker sondern vielmehr Nostalgiker, die sich die verfallenen Tankstellen und Restaurants ansehen. Deshalb ist die Route 66 eine der beliebtesten Attraktionen in den USA.




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